Gemeinsame Stellungnahme mehrerer LVs zur Diskussion um die Startplatzverteilung der Discgolf-DM 2026

Die unterzeichnenden Landesverbände nehmen die aktuelle Diskussion um die
Startplatzverteilung für die Deutsche Meisterschaft im Discgolf 2026 mit großer Aufmerksamkeit wahr.

Wir begrüßen ausdrücklich, dass sachliche Kritik aus der Community aufgenommen wurde und Vorstand sowie Sportausschuss der Discgolf-Abteilung des DFV nach erneuter Prüfung Anpassungen vorgenommen haben. Insbesondere die nun vorgesehene Erhöhung der Startplatzanteile für Damen-Divisionen sowie die klarere Zuordnung fester Kontingente je Division sind wichtige Schritte, um auf nachvollziehbare Kritikpunkte zu reagieren. Laut Erklärung des Vorstands und Sportausschusses steigt der Anteil der Startplätze für Damen-Divisionen von ursprünglich etwa 14 Prozent auf nun etwa 18 Prozent, obwohl die rein rechnerische Verteilung auf Grundlage der Vorjahresteilnahmen bei etwa 10 Prozent gelegen hätte.

Zugleich sehen wir mit Sorge, wie Teile der öffentlichen Debatte geführt wurden. Eine lebendige, kritische und auch kontroverse Diskussion ist für einen demokratisch organisierten Sportverband unverzichtbar. Sie muss jedoch auf belastbaren Fakten, gegenseitigem Respekt und einem ernsthaften Interesse an Lösungen beruhen. In den vergangenen Tagen entstand teilweise der Eindruck, dass unvollständig recherchierte Darstellungen, verkürzte Statistiken und zugespitzte Beiträge die eigentliche Sachfrage überlagert haben. Dadurch wurde eine ohnehin komplexe Entscheidung unnötig personalisiert und emotionalisiert.

Die Verteilung von Startplätzen innerhalb eines begrenzten DM-Feldes ist eine schwierige sportorganisatorische Aufgabe. Sie berührt Fragen von Teilhabe, leistungsgerechtigkeit, Nachwuchs- und Frauenförderung, Altersdivisionen, Qualifikationswegen sowie der praktischen
Durchführbarkeit eines Turniers. Gerade deshalb braucht es eine Debatte, die diese Komplexität anerkennt, anstatt sie auf einzelne Zahlen oder vermeintlich eindeutige Schuldzuweisungen zu reduzieren.

Als Frisbeesportarten berufen wir uns zu Recht auf den Spirit of the Game. Dieser Spirit endet nicht an der Seitenlinie und nicht mit dem letzten Putt. Er gilt auch in unserer Kommunikation, in sozialen Medien, in Verbandsdebatten und im Umgang mit ehrenamtlich Engagierten. Fairness, Respekt, Selbstkontrolle, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, die Perspektive des
Gegenübers ernst zu nehmen, sind nicht nur sportliche Werte. Sie sind Grundlage unseres gemeinsamen Miteinanders.

Kritik ist legitim, notwendig und ausdrücklich erwünscht. Sie darf klar, deutlich und hart in der Sache sein. Persönliche Angriffe, öffentliche Anprangerungen, pauschale Unterstellungen oder die Herabwürdigung ehrenamtlicher Arbeit helfen unserem Sport jedoch nicht weiter. Wer Verantwortung einfordert, sollte zugleich bereit sein, Verantwortung mitzutragen.

Wir möchten deshalb auch daran erinnern, dass unsere Verbandsstrukturen von Mitwirkung leben. Viele Aufgaben im Frisbeesport werden ehrenamtlich getragen. Gleichzeitig gibt es in Gremien, Ausschüssen, Arbeitsgruppen und Projekten zahlreiche offene Positionen und zu wenige Menschen, die dauerhaft Verantwortung übernehmen. Das führt zwangsläufig dazu, dass nicht jede Aufgabe so schnell, umfassend oder optimal bearbeitet werden kann, wie wir es uns alle wünschen.

Wer Regelungen verändern, Verfahren verbessern oder neue Perspektiven einbringen möchte, ist herzlich eingeladen, sich aktiv einzubringen. Über Sportausschüsse, Landesverbände, Abteilungen, Arbeitsgruppen und Vereinsstrukturen bestehen konkrete Möglichkeiten, an Regelwerken, Qualifikationssystemen, Förderkonzepten und zukünftigen Verfahren mitzuwirken.
Unser Sport braucht nicht nur kritische Stimmen von außen, sondern auch Menschen, die bereit sind, Anträge zu formulieren, Kompromisse zu suchen, Mehrheiten zu gewinnen und Entscheidungen mitzutragen.

Unser Appell richtet sich daher an alle Mitglieder, Vereine und Verantwortungsträgerinnen und Verantwortungsträger im Frisbeesport: Hinterfragt scheinbar einfache Statistiken. Prüft Quellen sorgfältig. Sprecht zuständige Personen direkt an. Nehmt euch die Zeit, die gesamte Faktenlage zu betrachten. Bringt euch in die bestehenden Strukturen ein. Und führt auch kontroverse Diskussionen mit Anstand, Respekt und dem gemeinsamen Ziel, unseren Sport weiterzuentwickeln.

Wir danken allen Beteiligten im Sportausschuss und im Vorstand der Discgolf-Abteilung, die trotz erheblichen öffentlichen Drucks, persönlicher Anfeindungen und emotional belastender Diskussionen ruhig geblieben sind, sachliche Kritikpunkte aufgenommen und eine angepasste Lösung erarbeitet haben. Ebenso danken wir allen Stimmen aus der Community, die konstruktiv, lösungsorientiert und respektvoll auf Verbesserungen hingewirkt haben.

Der Frisbeesport lebt von Engagement, Fairness und Verantwortung. Diese Werte gelten nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch in unserer Verbandsarbeit und in der öffentlichen Diskussion. Wahre Größe zeigt sich dort, wo Kritik zugelassen, Verantwortung übernommen und trotz Gegenwind gemeinsam nach besseren Lösungen gesucht wird.

Die unterzeichnenden Landesverbände:


Bremer Frisbeesport-Verband e.V.
Frisbeesport-Landesverband Baden-Württemberg e.V.
Frisbeesport-Landesverband Bayern e.V.
Frisbeesport-Landesverband Hessen e.V.
Frisbeesport Landesverband NRW
Hamburger Frisbeesportverband

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